top of page

Buddhismus – ein praktischer Weg der Erkenntnis


Ein Seerosenteich als Bild  für Balance, Stabilität, Mitte, innere Ordnung durch Meditation.

Mit besonderem Blick auf die Karma-Kagyü-Linie


Der Buddhismus ist weniger eine Religion im westlichen Sinn als vielmehr ein Weg der Erfahrung. Im Mittelpunkt stehen nicht Glaube oder Dogmen, sondern das direkte Erkennen der eigenen Natur des Geistes.


Buddha bedeutet wörtlich „der Erwachte“ – jemand, der erkannt hat, wie Leiden entsteht und wie es überwunden werden kann.


Über die Jahrhunderte haben sich verschiedene buddhistische Schulen und Linien entwickelt. Sie unterscheiden sich in Methoden und Ausdrucksformen, teilen jedoch eine gemeinsame Grundlage: die Schulung von Geist, Mitgefühl und Weisheit.


Eine dieser Linien ist die Karma-Kagyü-Schule, eine der großen Übertragungslinien des tibetischen Buddhismus.

Die Karma-Kagyü-Linie – ein Weg der direkten Erfahrung


Die Karma-Kagyü-Schule gehört zum Vajrayana-Buddhismus und ist besonders bekannt für ihren starken Praxisbezug. Der Fokus liegt nicht primär auf philosophischen Diskussionen, sondern auf Meditation, Erfahrung und der direkten Übertragung von Lehrer zu Schüler.


Zentral ist hier die sogenannte Übertragungslinie: Wissen wird nicht nur durch Texte weitergegeben, sondern durch persönliche Anleitung, Erfahrung und Praxis. Diese Linie geht zurück auf große indische und tibetische Meister wie Tilopa, Naropa, Marpa und Milarepa.


Milarepa ist dabei eine Schlüsselfigur: ein Yogi, der sein Leben vollständig der Praxis widmete und durch intensive Meditation zur Erkenntnis gelangte. Er steht sinnbildlich für den kompromisslosen Übungsweg innerhalb dieser Tradition.

Lama Ole Nydahl und der moderne Laien-Buddhismus


Lama Ole Nydahl brachte die Karma-Kagyü-Lehre in moderner Form in den Westen. Ein zentrales Merkmal seines Ansatzes ist, dass Buddhismus mitten im Leben praktiziert wird.


Hier geht es nicht um Rückzug ins Kloster, sondern um einen Laien-Buddhismus:– Menschen leben in Partnerschaften– sie arbeiten, haben Verantwortung, Familie, Alltag– und integrieren Meditation und buddhistische Sichtweise in ihr normales Leben

Dieser Ansatz macht den Buddhismus für viele Menschen zugänglich, ohne dass sie ihr bisheriges Leben aufgeben müssen. Praxis wird nicht vom Alltag getrennt, sondern bewusst in ihn integriert.

Laien-Buddhismus und Yogi-Weg – zwei Ausdrucksformen eines Weges


Innerhalb der Karma-Kagyü-Tradition lassen sich grob zwei Ausrichtungen unterscheiden, die sich nicht widersprechen, sondern ergänzen:


  1. Der Laien-Weg richtet sich an Menschen, die Meditation und buddhistische Praxis in ein aktives, weltliches Leben einbinden. Die Übung geschieht regelmäßig, aber eingebettet in Beruf, Beziehungen und Verantwortung. Der Fokus liegt darauf, Geisteshaltung, Mitgefühl und Klarheit im Alltag zu entwickeln.

  2. Der Yogi-Weg ist intensiver und asketischer. Er ist geprägt von Rückzug, längeren Meditationsphasen und einer starken inneren Ausrichtung. Historisch ist dieser Weg mit Gestalten wie Milarepa verbunden. Er erfordert viel Disziplin, Zeit und Hingabe und ist nicht für jeden Lebensabschnitt geeignet.


Wichtig ist: Beide Wege verfolgen dasselbe Ziel. Sie unterscheiden sich nicht im Kern, sondern in der Form der Praxis.

Grundlagen des Buddhismus – kurz und klar


Trotz aller Vielfalt gibt es einige grundlegende Prinzipien, die alle buddhistischen Schulen verbinden:

  1. Die Vier Edlen WahrheitenSie beschreiben, dass Leiden existiert, eine Ursache hat, überwunden werden kann und dass es einen Weg zur Befreiung gibt.

  2. Der Achtfache PfadEr beschreibt eine ausgewogene Schulung von Einsicht, ethischem Handeln und geistiger Übung.

  3. VergänglichkeitAlles Entstandene ist im Wandel. Leid entsteht oft durch Festhalten an dem, was sich naturgemäß verändert.

  4. Nicht-GetrenntheitIm Vajrayana wird besonders betont, dass Geist und Welt nicht getrennt sind. Die eigene Wahrnehmung spielt eine zentrale Rolle.

  5. Mitgefühl und WeisheitErkenntnis ohne Mitgefühl bleibt unvollständig. Beide entwickeln sich gemeinsam.

Buddhismus als Praxis – nicht als Identität

Ein wichtiger Punkt, gerade im westlichen Kontext: Buddhismus ist kein Etikett, das man sich anlegt. Es geht nicht darum, sich „Buddhist zu nennen“, sondern darum, bewusster zu werden.


Meditation, Achtsamkeit und Mitgefühl sind Werkzeuge. Sie dienen dazu, den Geist zu klären, Leid zu reduzieren und eine reifere Haltung zum Leben zu entwickeln.

In diesem Sinne ist Buddhismus kein Gegensatz zu Bewegung, Kampfkunst oder Qigong – sondern eine innere Schulung, die all diese Wege vertiefen kann.

Persönlicher Bezug und Begleitung


Ich selbst praktiziere den Buddhismus in der Karma-Kagyü-Linie seit vielen Jahren als Teil meines eigenen Weges. Dabei verstehe ich diese Form nicht als Rückzug aus dem Leben, sondern als praktische Schulung von Klarheit, Präsenz und innerer Haltung – mitten im Alltag.


In meiner Arbeit als Coach verbinde ich diese buddhistische Sichtweise mit Körperarbeit, Bewegung, Qigong und bewusster Lebensführung. Es geht nicht darum, etwas „anzunehmen“ oder zu glauben, sondern darum, die eigene Erfahrung besser zu verstehen und den Geist zu schulen.


Wenn Fragen zu Meditation, buddhistischer Praxis oder der Integration dieser Prinzipien in den Alltag entstehen, begleite ich diesen Prozess gern – ruhig, praxisnah und ohne religiösen Druck.

Abschließend


Die Karma-Kagyü-Linie bietet einen klaren, erfahrungsorientierten Weg. Ob als Laie mitten im Leben oder als Yogi mit intensiver Praxis – entscheidend ist nicht die äußere Form, sondern die innere Ausrichtung.


Buddhismus beginnt nicht im Kloster. Er beginnt im eigenen Geist.

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
  • ChatGPT Image 10. Dez_edited
  • ChatGPT Image 1. Dez. 2025, 12_49_09
  • ChatGPT Image 1. Dez. 2025, 13_27_35
  • ChatGPT Image 11_edited
  • ChatGPT Image 11_edited
  • ChatGPT Image 11. Dez_edited
  • ChatGPT Image 11. Dez_edited
bottom of page