Was ist Meditation? Eine allgemeine, alltagstaugliche Erklärung
- Shifu Peter

- 22. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit

In der Qigong- und Energiearbeit spielt Meditation eine zentrale Rolle. Nicht als religiöse Praxis, sondern als Schulung von Wahrnehmung, Ruhe und innerer Präsenz. Der folgende Artikel erklärt Meditation bewusst allgemein und alltagstauglich – als Grundlage, die in Qigong, Kung Fu und jeder Form bewusster Bewegung wiederzufinden ist.“
Meditation ist keine Religion, keine Weltanschauung und auch kein „esoterischer Zustand“.
Im Kern ist Meditation eine Übung der Aufmerksamkeit. Es geht darum, den Geist zu schulen – ähnlich wie man den Körper durch Bewegung schult.
Meditation schafft einen Raum
Im Alltag ist unsere Aufmerksamkeit meist nach außen gerichtet: auf Aufgaben, Gedanken, Sorgen, Reize und Ablenkungen. Meditation schafft einen Raum, in dem diese Dauerbeschäftigung unterbrochen wird. Nicht, um etwas Besonderes zu erreichen, sondern um wieder wahrzunehmen, was ohnehin da ist.
Meditation bedeutet nicht „nichts denken“
Ein häufiger Irrtum ist die Vorstellung, man müsse beim Meditieren völlig gedankenlos sein. Das ist weder realistisch noch notwendig. Gedanken gehören zum Geist – so wie Geräusche zur Umgebung gehören.
Meditation bedeutet nicht, Gedanken zu unterdrücken, sondern sie bewusst wahrzunehmen, ohne sich sofort in ihnen zu verlieren. Man bemerkt: „Da ist ein Gedanke“ – und kehrt dann wieder zu einem Anker zurück, zum Beispiel zum Atem oder zur Körperwahrnehmung.
Allein dieses bewusste Zurückkehren ist bereits Meditation.
Was passiert bei Meditation im Körper und Geist?
Auf körperlicher Ebene kommt das Nervensystem zur Ruhe. Der Atem wird tiefer, der Muskeltonus sinkt, Stressreaktionen nehmen ab. Das ist kein Zufall, sondern eine natürliche Reaktion auf bewusste, ruhige Aufmerksamkeit.
Auf geistiger Ebene entsteht Abstand. Abstand zu innerem Druck, zu automatischen Reaktionen, zu Grübelschleifen. Man wird nicht „anders“, sondern klarer. Gedanken verlieren etwas von ihrer Macht, weil man sie nicht sofort ausagieren muss.
Meditation trainiert genau diese Fähigkeit: wahrnehmen, ohne sofort reagieren zu müssen.
Meditation ist Training
Meditation ist vergleichbar mit Kraft- oder Beweglichkeitstraining. Man wird nicht ruhig, klar oder gelassen, weil man meditiert – sondern durch regelmäßige Übung.
Manche Tage fühlen sich ruhig an, andere unruhig. Beides ist normal. Entscheidend ist nicht, wie sich eine Meditation anfühlt, sondern dass man übt, präsent zu bleiben – unabhängig vom inneren Zustand.
Schon wenige Minuten regelmäßig sind wirksamer als seltene lange Sitzungen.
Brauche ich dafür eine bestimmte Haltung oder Technik?
Nein. Meditation kann im Sitzen, Stehen oder sogar in Bewegung stattfinden. Wichtig ist eine stabile, wache Haltung – nicht verkrampft, nicht zusammengesackt.
Auch die Technik kann einfach sein:– den Atem beobachten– den Körper wahrnehmen– Geräusche hören, ohne sie zu bewerten– einen einfachen Fokus halten (z. B. Ein- und Ausatmen zählen)
Es braucht keine Räucherstäbchen, Mantras oder besonderen Symbole. Diese Dinge können hilfreich sein, sind aber kein Muss.
Meditation im Alltag
Meditation endet nicht auf dem Kissen oder Stuhl. Sie wirkt vor allem dann, wenn sie in den Alltag hineinreicht. Zum Beispiel:– einen Atemzug bewusst nehmen, bevor man reagiert– beim Gehen den Bodenkontakt spüren– beim Training kurz innehalten und den Körper wahrnehmen– Gedanken bemerken, statt sich sofort mit ihnen zu identifizieren
In diesem Sinne ist Meditation keine Flucht aus dem Alltag, sondern ein Werkzeug, um ihm bewusster zu begegnen.
Zusammengefasst
Meditation ist:
– ein Training der Aufmerksamkeit
– ohne religiöse Verpflichtung
– praxisnah und alltagstauglich
– geeignet für jeden Menschen
– wirksam durch Regelmäßigkeit, nicht durch Perfektion
Man muss nichts „glauben“, um zu meditieren. Man muss nur bereit sein, für einen Moment hinzuschauen.










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