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Der stille Weg des Kung Fu


Stiller Waldweg im morgendlichen Licht, der sich ruhig durch einen dichten Wald schlängelt und innere Sammlung sowie den Weg der Reifung symbolisiert.“

Viele Menschen kommen heute zum Kung Fu auf der Suche nach Kraft, Klarheit oder einem festen Stand im Leben. Und viele gehen nach Jahren wieder – nicht, weil sie zu wenig gelernt hätten, sondern weil sie zu viel gesammelt und zu wenig gereift sind.


In der chinesischen Kampfkunst gibt es unzählige Stile, Systeme und Schulen. Namen wie Shaolin, Tang Lang, Nan Shaolin oder moderne Kung-Fu-Systeme sind allgegenwärtig. Doch Namen sagen wenig darüber aus, wie trainiert wird – und noch weniger darüber, was im Menschen entsteht.

Mein Weg


Mein eigener Weg wurzelt in den klassischen Shaolin-Prinzipien. Nicht als Etikett und nicht als Anspruch auf Herkunft, sondern als innere Ausrichtung. Für mich war Shaolin nie in erster Linie ein Ort oder ein Stil, sondern ein Weg der Kultivierung: Körper, Geist und Struktur reifen gemeinsam – langsam, fordernd und ehrlich.

Kung Fu entsteht aus Reifung.


In vielen Schulen steht heute die Vielfalt im Vordergrund: viele Formen, viele Programme, klare Curricula. Das wirkt nach außen beeindruckend. Doch Tiefe entsteht nicht durch Menge. Tiefe entsteht durch Wiederholung, durch das lange Verweilen in denselben Strukturen, durch das Aushalten von Einfachheit.


Ich lehre bewusst wenige Formen. Jede davon steht für ein Tier, ein Prinzip, einen inneren Zustand. Diese Formen begleiten einen Schüler nicht Monate, sondern Jahre. Technik ist dabei nicht das Ziel, sondern das Ergebnis. Erst wenn Struktur, Atem und Geist gereift sind, beginnt Bewegung wirklich zu sprechen.

Innere Reifung ist nicht sichtbar


Ob jemand in China gelernt hat, die Sprache spricht oder sich auf einen Tempel beruft, ist dabei zweitrangig. Kung Fu lässt sich nicht importieren. Es wächst im Körper – durch Zeit, Disziplin und innere Auseinandersetzung. Ohne diesen Prozess bleibt Technik äußerlich, egal aus welcher Tradition sie stammt.


Viele Systeme – ob Tang Lang, südliche Shaolin-Strömungen oder moderne Kung-Fu-Formen – haben ihren eigenen Wert und ihre eigene Geschichte. Sie stehen neben dem klassischen nördlichen Shaolin, nicht in ihm. Der Unterschied zeigt sich nicht im Namen, sondern in der Körperarbeit: in den Grundstellungen, in der Art, wie Kraft aufgebaut wird, und darin, ob Training auf Sammlung oder auf Reifung ausgerichtet ist.

Warum dieser Weg klein bleibt


Ein Weg, der Zeit braucht, bleibt zwangsläufig klein. Er spricht nicht jeden an. Er ist nicht bequem, nicht schnell, nicht spektakulär. Und das ist kein Fehler. Shaolin war nie für die Masse gedacht. Es war immer ein Weg für jene, die bereit sind, weniger zu tun – und tiefer zu gehen.


Für mich ist es vollkommen stimmig, nur wenige Schüler zu begleiten. Nicht aus Exklusivität, sondern aus Verantwortung. Tiefe lässt sich nicht skalieren. Sie braucht Präsenz, Beziehung und Geduld.

Ein stiller Weg


Dieser Text ist keine Abgrenzung und kein Urteil. Er ist eine Einladung zur Ehrlichkeit. Wer Vielfalt sucht, wird sie finden. Wer Tiefe sucht, wird Geduld brauchen. Und wer spürt, dass Kung Fu mehr ist als Technik, der wird früher oder später an den Punkt kommen, an dem äußere Formen nicht mehr reichen.


Shaolin bedeutet für mich:

  • Reifung statt Sammlung.

  • Prinzipien statt Etiketten.

  • Weg statt Ziel.


Und genau diesen Weg gehe und lehre ich.

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