Warum Schonung allein oft nicht reicht
- Shifu Peter

- 23. Dez. 2025
- 1 Min. Lesezeit

Viele Menschen reagieren auf Schmerzen zuerst mit Vorsicht.
Sie ziehen sich zurück, reduzieren Bewegung, versuchen zu schonen.
Das ist verständlich – und oft sogar sinnvoll, zumindest für einen Moment.
Auch ich bin diesen Weg gegangen.
Schmerz signalisiert Gefahr.
Unser Nervensystem möchte schützen, bewahren, sichern.
Gerade wenn man Verantwortung trägt – für den eigenen Körper, aber auch für andere – erscheint Schonung als vernünftige Lösung.
Doch bei chronischen Beschwerden wie Arthrose zeigt sich häufig ein anderes Bild.
Schonung nimmt dem Körper nicht nur Belastung,sondern oft auch Orientierung.
Bewegung ist nicht nur Kraft oder Verschleiß.
Sie ist Information.
Sie sagt dem Körper, wo er steht, wie er sich organisiert, wie er Spannung verteilt.
Wenn Bewegung aus Angst immer weiter reduziert wird, entsteht häufig ein Kreislauf aus:
Unsicherheit
zunehmender Steifheit
wachsender Schmerzempfindlichkeit
Nicht, weil etwas „kaputtgeht“, sondern weil das System den Kontakt verliert.
Das bedeutet nicht, dass man „einfach weitermachen“ sollte.Es bedeutet auch nicht, dass Schmerz ignoriert werden darf.
Es bedeutet, dass der Körper oft etwas anderes braucht als Rückzug:
sanfte, klare Bewegung
Sicherheit statt Druck
Vertrauen statt Kontrolle
Arthrose wird oft als Endpunkt beschrieben.
Als Abnutzung.
Als unumkehrbarer Zustand.
Diese Sichtweise erzeugt Angst – und Angst erzeugt Spannung.
Doch der Körper ist kein starres System.
Er reagiert auf Reize, auf Haltung, auf Atmung, auf innere Zustände.
Auch dann, wenn sich Strukturen verändert haben.
Dieser Zwischenraum ist entscheidend:
zwischen Schonung und Überforderungzwischen Angst und Leichtsinn, zwischen Resignation und Aktionismus
In diesem Raum beginnt kein Heilversprechen.
Aber dort beginnt Verantwortung.
Und genau an diesem Punkt stand ich nach der Diagnose.










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